Auf der Suche nach Klangräumen
Spezielle Architektur und das verwendete Baumaterial ergeben Bauten mit spezieller Akustik. Es passieren Phänomene bei uns als Musiker wie bei den Zuhörenden wo es nochmals neue Räume und andere Dimensionen auszuloten gibt. Über die Kirchenräume, Fabrikhallen sind wir dann bei den Wasser-Speichern gelandet. Es war im Jahr 1984 als in Köln „Vor der Flut - Hommage an einen Wasserspeicher“ stattfand. Hinnerick Bröskamp war der treibende Mann hinter diesem Projekt. Er schrieb auf der Doppel-LP die herausgegeben wurde: „ ... ich war begeistert von Paul Horn’s Aufnahmen im Taj Mahal wo 28 Sekunden Nachhall war. Hier im Raum des Wasserwerks Severin beträgt er 45 Sekunden !“ Auf der Suche nach ebensolchen Klangräumen war es dann 1993 so weit.
Klang-Konzert-Meditation
Als Eröffnung der Schweizer Tournee des Duo NATURTON luden die Veranstalter zu einer Klang-Konzert-Meditation in das neu erstellte Reservoir der Wasserversorgung „Vennersmühle“ bei Kirchberg ein. Die vierstündige „OUVERTURE - BETONEN“ wurde am 19. September performed. Es entsprach dem Bedürfnis, Naturtonmusik länger als während der Dauer eines stündigen Konzertes auf sich wirken zu lassen. Nun war dazu Gelegenheit in den noch leeren Wasserreservoirs mit seiner einmaligen Akustik und einem Nachhall von 30 Sekunden. Die beiden Kammern mit ihren elf Säulen befinden sich unterirdisch in einem Wald im Berner Mittelland. Der eine BeTon Raum nahm unsere Klänge auf, der andere wiederhallte leiser und diente als Retraiten-Raum. Für Alle die dabei waren ein unvergessliches Erlebnis.
Dann war Pause bis im Jahr 1999 in der Nähe von Bern wieder ein kleineres Reservoir, mit nicht weniger tollen Akustik leer stand. Hier konnten wir Aufnahmen realisieren die von Ueli Balsiger & Pierre Kocher zur Radiosendung „Bernerwasser“ verwendet wurden und womit sie den „Berner Radiopreis 2002“ erhielten.


